Das 5. Türchen

      Das 5. Türchen

      Dunkel. Warum ists nachts nur immer so dunkel. Radar drehte sich von rechts nach links, dann wieder von links nach rechts. Wenn ich wenigstens schlafen könnte. Nochmal. Augen zu, Teddybär an die Brust und die Nase zwischen die Ohren gesteckt und ganz still liegen.
      Warten!
      Warten!
      Tief und langsam atmen.
      Immer noch wach.
      Oh man! Es ist mitten in der Nacht. Ich will endlich schlafen.
      Aber wie kann ich denn schlafen?

      Nur noch drei Wochen bis Weihnachten und noch immer habe ich keine Ahnung, wie wir hier in diesem verdammten Korea anständig feiern können. Einen Baum, Christbaumschmuck, Kerzen und alles was dazugehört. Wo sollte er das nur herbekommen! Seit Tagen klopfte er sich die Finger wund, tauschte hin und tauschte her: Klopapier gegen Zungenspaten, Highheels gegen Leber aber noch immer war er seinem Ziel, einem perfekten Weihnachtsfest nicht näher!

      Es war zum Haare ausraufen.

      Und morgen - morgen war schon Nikolaus! Na, wenigstens da hatte er was auf die Beine stellen können! Die Kinder aus Mutter Theresas Waisenhaus würden Besuch bekommen und neben allem was so zum Leben notwendig ist, hatte Radar noch eine rot-weiss geringelte Zuckerstange für jedes Kind ergattert.

      Wieder drehte er sich von rechts nach links.

      Von links nach rechts.

      SCHLAFEN!

      Und was sollte er Hawkeyes, Trapper und den anderen schenken. Naja, die beiden waren ja noch leicht. Auch für Henry würde Ihm sicher noch etwas einfallen, aber die Majors Burns und Houlihans sollten auch nicht leer ausgehen. Aber was schenkt man denn Menschen, die man nicht leiden kann und die einen selbst auch nicht leiden können. Die einen drangsalieren und .. na. Darüber wollte er jetzt lieber nicht nachdenken, aber auch sie sollten etwas bekommen, über das sie sich freuen würden. Da hatte sich Radar O’Reilly fest vorgenommen! Weihnachten sollten alle gleich sein. Oder fast jedenfalls.

      Langsam merkte er, dass seine Augenlider schwerer wurden. Er umklammerte seinen Teddy, zog sich die Decke unter die Nasenspitze und dachte an zu Hause.
      Morgen war Nikolaus. Das war schon ein guter Anfang.
      Schade, dass Onkel Ed nicht kommen konnte. Er machte immer einen so guten Weihnachtsmann.
      Wie ging dieses Gedicht gleich, dass er damals so gern aufsagte.
      Richtig!




      Nikolaus, ich wart schon lange!

      Bring mir eine Zuckerstange.

      Zuckerstangen schmecken fein!

      Bring von Marzipan ein Schwein.

      Bring mir eine Spielzeugkuh,

      bring mir ein paar neue Schuh,

      bring auch eine Eisenbahn,

      einen Honigkuchenmann,

      Äpfel, Kringel und Korinthen,

      Schokolade, Keks und Printen,

      einen Teddy, weich und braun,

      Christbaumschmuck, hübsch anzuschaun,

      eine Puppe, die was spricht.

      Aber eine Rute nicht!
      "There is no such thing as being unnecessarily crazy about Alan Alda!"

      status: fangirl