Robert Altman
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Robert Altman war ein einflussreicher amerikanischer Filmregisseur, bekannt für seinen unkonventionellen Stil und seine Fähigkeit, komplexe Ensemble-Geschichten zu erzählen.
Frühes Leben
- Geboren: 20. Februar 1925 in Kansas City, Missouri, USA.
- Hintergrund: Altman wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und besuchte katholische Schulen. Schon früh interessierte er sich für das Kino und begann nach der Schule, sich mit Filmtechnik zu beschäftigen.
Militärdienst und erste Karriere
- Zweiter Weltkrieg: Während des Zweiten Weltkriegs diente Altman als Bomberpilot in der US-Armee und war an verschiedenen Missionen beteiligt.
- Nach dem Krieg: Nach seinem Militärdienst zog er nach Kalifornien, um in die Filmindustrie einzusteigen. Zunächst arbeitete er als Drehbuchautor und Regisseur für industrielle Filme und Dokumentationen.
Frühe Arbeiten im Fernsehen und Film
- Fernsehkarriere: In den 1950er Jahren begann Altman, Episoden für Fernsehserien zu drehen, darunter "Alfred Hitchcock Presents" und "Bonanza." Diese Arbeiten halfen ihm, seine Fähigkeiten als Regisseur weiterzuentwickeln.
- Erste Filme: Sein erster Langfilm, "The Delinquents" (1957), war ein Low-Budget-Krimi, der ihm genug Erfolg einbrachte, um weitere Projekte zu bekommen.
Durchbruch und Erfolg in den 1970er Jahren
- Durchbruch mit MASH (1970): Altmans großer Durchbruch kam mit der Kriegsfilmkomödie "MASH" Der Film war ein großer Erfolg und gewann die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. Er wurde zu einem Klassiker und brachte Altman internationalen Ruhm.
- Meisterwerke der 1970er Jahre: Nach "MASH" folgte eine Serie von innovativen und stilistisch einzigartigen Filmen, darunter "McCabe & Mrs. Miller" (1971), "The Long Goodbye" (1973), "Nashville" (1975) und "3 Women" (1977). Diese Filme etablierten ihn als bedeutenden Regisseur des New Hollywood.
Stil und Arbeitsweise
- Charakteristischer Stil: Altman war bekannt für seinen Einsatz von überlappenden Dialogen, improvisierten Szenen und großen Ensembles. Seine Filme zeichneten sich oft durch komplexe und vielschichtige Handlungen aus, die mehrere Perspektiven und Charaktere miteinander verknüpften.
- Kritische Themen: Viele seiner Werke hatten eine satirische oder kritische Sicht auf Gesellschaft und Institutionen. Er hinterfragte die amerikanische Kultur, den Krieg, das Showgeschäft und die Politik.
Herausforderungen und Comebacks
- Schwierige 1980er Jahre: In den 1980er Jahren war es für Altman schwieriger, erfolgreiche Filme zu machen, da sich sein Stil oft nicht mit den kommerziellen Erwartungen Hollywoods deckte. Filme wie "Popeye" (1980) erhielten gemischte Kritiken, und er arbeitete zeitweise an Theaterproduktionen und unabhängigen Projekten.
- Comeback mit The Player (1992): Mit "The Player" gelang Altman ein fulminantes Comeback. Der Film war eine bissige Satire über Hollywood und wurde von Kritikern gefeiert. Es folgten weitere erfolgreiche Filme wie "Short Cuts" (1993) und "Gosford Park" (2001), letzterer brachte ihm seinen ersten Oscar für das beste Originaldrehbuch.
Spätere Jahre und Tod
- Späte Werke: Auch in seinen letzten Lebensjahren blieb Altman aktiv und drehte weiterhin Filme, darunter "A Prairie Home Companion" (2006), der kurz vor seinem Tod veröffentlicht wurde.
- Auszeichnungen: Altman erhielt zahlreiche Preise, darunter Oscars, Goldene Palmen und Ehrenauszeichnungen. Im Jahr 2006 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, wobei er bemerkte, dass er heimlich eine Herztransplantation durchgemacht hatte und weiterhin kreativ tätig war.
- Tod: Robert Altman starb am 20. November 2006 im Alter von 81 Jahren in Los Angeles, Kalifornien, an Leukämie.
Vermächtnis
Robert Altman hinterließ ein umfangreiches Werk, das das moderne Kino beeinflusste. Seine Art, Geschichten zu erzählen, inspirierte Generationen von Filmemachern, und er gilt als eine Schlüsselfigur des New Hollywood, die Grenzen erweiterte und neue Wege der Filmkunst erforschte.
ausgewählte Filme
- MASH (1970) - Der Film war ein großer Erfolg und brachte Altman internationale Anerkennung.
- McCabe & Mrs. Miller (1971) - Ein Anti-Western mit Warren Beatty und Julie Christie, der für seinen düsteren und realistischen Blick auf das Genre bekannt ist.
- The Long Goodbye (1973) - Eine Neo-Noir-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Raymond Chandler, die den Detektiv Philip Marlowe in das Los Angeles der 1970er Jahre versetzt.
- Nashville (1975) - Ein episches Ensemble-Drama, das das Leben mehrerer Charaktere in der Country-Musik-Szene von Nashville verfolgt. Der Film ist ein Meilenstein des amerikanischen Kinos und wurde für seine komplexe Erzählstruktur gefeiert.
- 3 Women (1977) - Ein surrealer Psychothriller mit Sissy Spacek und Shelley Duvall, der für seine traumartige Atmosphäre bekannt ist.
- A Wedding (1978) - Eine Satire, die die Ereignisse und Eigenheiten während einer Hochzeitsfeier darstellt. Der Film bietet ein großes Ensemble und vielschichtige Charaktere.
- Popeye (1980) - Eine musikalische Verfilmung der beliebten Comic-Figur mit Robin Williams in der Hauptrolle. Der Film erhielt gemischte Kritiken, hat aber im Laufe der Jahre Kultstatus erlangt.
- The Player (1992) - Eine Satire über Hollywood und das Filmgeschäft, die zahlreiche Cameo-Auftritte von Prominenten enthält. Der Film war ein Comeback für Altman und wurde von der Kritik gefeiert.
- Short Cuts (1993) - Eine Adaption mehrerer Kurzgeschichten von Raymond Carver, die die Leben verschiedener Menschen in Los Angeles verwebt. Der Film ist bekannt für seine komplexe Struktur und den Ensemble-Cast.
- Gosford Park (2001) - Ein Krimi-Drama, das das Leben der Gäste und Bediensteten eines englischen Herrenhauses in den 1930er Jahren beleuchtet. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter einen Oscar für das beste Originaldrehbuch.